Herzlich Willkommen in meiner kleinen GRÜNEN Welt

Also, viel Spaß beim Lesen.

Grüne Grüße
Udo

Ja-ne-is-klar

Ja-ne-is-klar
Ach sooo!!

Donnerstag, 22. Juli 2010

Skandinavien fördert - Deutschland sortiert aus

Deutsches Schulsystem im Vergleich zu
skandinavischen Lösungen und Lernstilen

Zwischen Deutschland und Skandinavien liegen ganze Welten, was die jeweiligen Schulsysteme betrifft. Die Zielsetzung hier und dort unterscheidet sich grundsätzlich.


Wenn man die deutsche Schule mit einem Wort beschreiben sollte, würde man mit großer Wahrscheinlichkeit den Begriff „Selektion“ gebrauchen: Das ganze System ist darauf ausgerichtet. Dahinter stecken eine lange Tradition und politische Entscheidungen, die gesellschaftlich erduldet werden.

Der pädagogische Nutzen lässt sich nicht nachweisen. Im Gegenteil: Die internationale Vergleichsstudie PISA entzieht dem deutschen System der ständigen Auslese die Legitimation“. Dieses System behält nicht das Kind im Auge, sondern die Institutionen, deren sich Kinder anpassen müssen. So zerfällt die deutsche Schule in nicht aufeinander abgestimmte Einzelmaßnahmen. Sie erweckt oft einen Eindruck der Ziellosigkeit.

Vier gemeinsame Grundschuljahre im dreigliedrigen Schulsystem lassen einen äußerst kurzen Interventionszeitraum zu, "die Zuweisung zu unterschiedlich anspruchsvollen Schulformen mit unterschiedlichen sozialen Milieus ist für die enormen Leistungsunterschiede zwischen Schulen und Schüler(inne)n in Deutschland hauptverantwortlich“.

Verlierer des Bildungssystems
Die Aussortierten und damit der Bildungschancen Entledigten gehören zwei Schichten an, die sich häufig überschneiden: Es sind die so genannten Sozialschwachen und die Migranten. Soziale und ethnische Herkunft – und nicht die Leistung – entscheiden in Deutschland maßgeblich über den Schulerfolg.

Fast 50 Prozent Migrantenkinder gehen auf die Hauptschule – eine Sackgasse des Bildungswesens. 20 Prozent verlassen sie ohne Abschluss. Über 30 Prozent haben keine Berufsausbildung.

Es geht anders
Im Norden von Europa hat man sich ganz anderen Prinzipien verschrieben und setzt auf Individualisierung und Förderung jedes Kindes. Skandinavien führte schon in den 90er Jahren gründliche Reformen durch und suchte nach neuen Wegen im Angesicht der modernen Herausforderungen, die die Migration und neuen Technologien mit sich gebracht haben.

Deutschland hat diese Entwicklung ersichtlich verschlafen. Die UNESCO-Empfehlungen von Salamanca 1994 wurden hierzulande nicht beachtet.

Schweden: persönlicher Lernstil
In Schweden besuchen alle Kinder eine neunjährige Gesamtschule. Sowohl Lern- wie auch Geistigbehinderte sind weitgehend integriert.

In der Oberstufe stehen 18 Programme zur Wahl, wobei berufliche und allgemeine Bildung als gleichwertig gelten. Jedes Programm führt zur Hochschulreife, die dann 76 Prozent Schülerinnen und Schüler erwerben.

Schweden setzt auf individuelles Lernen, weil „jeder Mensch ein persönliches Lerntempo und einen persönlichen Lernstil hat“. Für jedes Kind werden seit dem Schuljahr 2005/2006 individuelle Lernpläne erstellt.

Entsprechend individuell sieht auch die Schule aus: Schüler sitzen „allein über Bücher gebeugt, am Computer, paarweise, in Gruppen. Stundenpläne sehen völlig ungewohnt aus: einige Unterrichtsstunden, verstreut über den Tag, die 20, 40, 90 Minuten dauern können, dazwischen viel Zeit und Raum zum individuellen Lernen“.

Da es um Wohl des Kindes geht, verzichtet man vorerst auf Noten, die erst ab dem achten Schuljahr in einer vereinfachten Form benutzt werden.

Norwegen: Besondere Förderung für Migranten
Norwegen macht sich besonders um Förderung von Migrantenkindern verdient. Sie sichert ihnen gesetzlich die Alphabetisierung in der Muttersprache zu und erstreckt die Schulpflicht auf alle Kinder; auch jene, die sich im Kirchenasyl befinden.

Abhängig von Sprachkenntnissen des Schülers bietet man Fachunterricht sowohl nur in der Muttersprache, als auch bilingual oder auf Norwegisch. Das Erlernen der Sprache wird besonders gefördert. Migranten erhalten pro Woche außerdem zwei Stunden Norwegisch. Dieses zusätzliche Angebot endet erst dann, wenn sich in Tests der gewünschte Sprachstand nachweisen lässt.

Wie in Schweden gibt es auch hier seit dem Schuljahr 2005/2006 für alle Kinder individuelle Lernpläne. Die norwegische Maxime lautet: „Jedes Kind bekommt, was es braucht“.

Zitate und Quelle: Anne Ratzki, Skandinavische Bildungssysteme – Schule in Deutschland. Ein provokanter Vergleich, in: Georg Auernheimer (Hrsg.), Schieflagen im Bildungssystem. Die Benachteiligung der Migrantenkinder. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden 2009.

Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Deutsches Schulsystem im Vergleich: Skandinavische Lösungen und Lernstile http://schulpolitik.suite101.de/article.cfm/deutsches_schulsystem_im_vergleich#ixzz0uPIx0zv1

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen